Dres. Stoltenburg, M.Sc., M.Sc., MPI FON 030 / 48095756 www.implantate-berlin.ws
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                   " Auslandscamp "

 

 

Firma Cezanne-GmbH, Tallin 2014

 

      Praktische  Tipps für das Implantieren, wie verhält man sich bei    Komplikationen und vieles mehr…..

 

 

       1.  Möglicjkeiten der Nachinjektion

Wenn eine Injektion nicht wirkt, dann ins Implantatloch injizieren oder großzügig oral und bukkal nachinjizieren. Vor allem bei Sinuslift und Knochenblöcken großflächig injizieren, vor auch palatinal beim Sinuslift. In der Regel ist das Nachinjizieren  notwendig.

 

2.  Abstände zwischen Implantaten

Nie Implantate zu dicht inserieren,  4mm möglichst auseinander, sonst besteht  Nekrosegefahr des dazwischenlliegenden Knochens.

So wurde z.B. das Entfernen eines nicht mehr erhaltungswürdigen Implantates durch supervorsichtiges Umschleifen des Implantates mit einer diamantierten Flamme notwendig. Lockerung und Periimplantatis waren die Folge. Anschließend vorsichtig mit Peritom und Hebeltechnik das betroffene Implantat luxieren, um es letztendlich in entgegengesetzter Richtung wieder herauszudrehen.

 

3.  Ausrichten der Implantatachse:

Implantatachse immer nach den regulär stehenden Vorderzahn und Antagonisten ausrichten.  Man sollte die Wurzelspitze der benachbarten Zähne in ihrem Verlauf nachvollziehen, damit der Abstand gewahrt bleibt. Nicht   nach einer Kronenform ausrichten.

Ein endständiges Implantat nie zu aufrecht (d.h. zu weit nach distal geneigt) inserieren, sonst ergeben sich Schwierigkeiten bei der Implantatprothetik.

 

4. Untersichgehende Bereich im UK-SZG:

In der Regel die Implantate gerade, entsprechend "prothetisch-ästhetisch" ausrichten. Häufig sind jedoch unter sich gehende lingual vorhandene Knochenabschnitte vorhanden.  In solchen Fällen sollte man teilweise von der prothetischen Richtung abweichen, um eine entsprechende Implantatlänge zu erzielen. Bei  der prothetischen Versorgung werden dann entsprechend  angulierte Pfosten notwendig.

 

5. Versorgung einer großen Freiendlücke

Eine große Freiendlücke, die nach distal z.B. durch einen Zahn begrenzt ist, ist  wie folgt für die Implantation aufzuteilen: als erstes erfolgt für das mesiale und das distale Implantat die Ankörnung und danach wird ausgemessen, ob genügend Platz für das dritte Implantat ist.

Dabei sollte der Durchmesser zuzüglich der Abstände zum mesialen und distalen Implantatrand beachtet bzw. berechnet werden.

Wenn Implantate mit einem Durchmesser von nur weniger als 4,5 mm im Seitenzahngebiet (SZG) inseriert werden können, sollte man möglichst die Kronen miteinander verblocken.

 

        6. Revision nach einem missglückten Sinuslift

Im ersten Fall hat sich keine neue Schneidersche Membran gebildet, in idesem Fall muss man wieder zunähen und erneut abwarten oder auf die klassische prothetische Versorgung zurückgreifen, Im zweitenFall wurde nach Aufklappung die gesamte Knochenwand erweitert, Schneidersche Membran erneut abpräpariert und ein KEM mit Membran eingeführt.

 

7. Ruptur der Schneiderschen Membran :

Meistens erfolgt die Ruptur anterior, wenn zwei Kammern vorhanden sind.  Diese Kammern verlaufen von palatinal spitz nach bukkal-crestal.  Diesen spitzen Auslauf sollte man stark begradigen, dass möglichst nur noch eine große Kammer besteht, die restliche Schneidersche Membran belassen, vernähen und 11-12 Monate abwarten.

 

8. Knochenblock aus dem retromolaren Bereich:

Der Knochenblock muss vor allem nach der Entnahme in Kochsalz aufbewahrt werden, unter Kochsalz an der Innenfläche bearbeitet werden und vor allem so, dass es sich exakt an das Implantatbett anlegen läßt. Vor allem ist der untere Teil des Knochenstückes stark auszudünnen, um eine optimale Fixierung am Implantatlager zu erzielen. Danach alle Kanten glätten und vor allem alle Hohlräume ringsherum mit autologen Knochenspänen und Knochenersatzmaterial (KEM) schließen. Fixiert wird das Ganze durch zwei  Zugschrauben, wobei die kleineren Schraubenlöcher im Implantatbett einzubringen sind.

Um so präziser und schneller ein Knochenblock auf der Implantatoberfläche verankert wird, um so weniger besteht das Risiko der Abstoßung.

 

9.  Ausdehnung  der Fläche für einen Sinuslift:

Beim Sinuslift  sollte die Knochenumgrenzung weit von mesial-kranial nach distal  krestal ausgedehnt werden, d.h. schräg von anterior- kranial nach posterior- krestal

 

10. Grundvoraussetzung für den Erfolg eines Sinuslifts:

Immer darauf  achten, dass niemals KEM in eine grissene Memran eingelegt wird und dass der Sinuslift  nach KEM und Memran und Periostschlitzung perfekt vernäht wird.

 

11. Dehnung eines Muco-Periostlappens:

Bei der Periostschlitzung im UK ist zu beachten die Nähe des Mentalis, der verzweigt nach oben in die Lippe ausläuft.  Möglichst in Regio der Molaren schlitzen und im OK mehrfach in der Tiefe paralell zum Kieferkamm

 

12. Inzisionsführung für einen Sinuslift:

 

Erste Inzisionsführung: „mesiale Entlastungsschnitt“

Bei kurzem Vestibulum erfolgt die erste Inzision keinesfalls  von der Mitte des Zahnes aus, sondern von mesial des anterior gelegenen Zahnes nach kranial.

Dieser mesiale Entlastungsschnitt sollte möglichst unter Anästhesie ohne Zusatz erfolgen und in die Tiefe des Vestibulums, um eine größtmögliche Blutung zum Einsammeln für das Gemisch mit dem Knochenersatzmaterial zu sammeln. Gefordert ist ein zügiges Arbeiten, da sonst das Blut koaguliert.  Dananch kann mit Injektion und Zusätzen weiter anästhesiert werden.

 Arbeitet man über eine Zentrifuge, erübrigt sich natürlich die Blutentnahme vom Inzisionsort.

 

Zweite Inzisionsführung:

Die sich anschließende intrasulkuläre Schnittführung ( bei hohem Vestibulum ist eine Inzision auch ohne intrasulkuläre Schnittführung möglich) um ein oder zwei Zähne, erfolgt weiterführend auf Kieferkammmitte und auslaufend bis zum Tuberbereich.

 

Dritte Inzisionsführung: „distale Entlastungsschnitt“

In der Regel ist bei einem weit ausgedehnten Sinuslift  zusätzlich eine leicht von krestal nach kraniale bogenförmige Entlastung notwendig, um letztendlich ein ausreichendes Operationsfeld zu erzielen und nach Augmentation den Lappen größtmöglich zu mobilisieren.

 

13. Lebensbedrohliche Blutungen:

Im UK sollte die Schnittführung z.B. für einen Knochenblock aus dem retromolaren Bereich nach posterior –bukkal auslaufen wegen der Verletzungsgefahr der Arteria lingualis; diese zieiht  von innen-lingual nach oben-crestal in den Kieferwinkel. Falls es tatsächlich zur starken Blutung in diesem Bereich kommt, dann starke Kompression mit dem Finger und Notarzt rufen.

Ähnlich besteht die Gefahr einer  extrem starken Gefäßblutung vor allem im OK bei externen Sinuslift.   Zunächst erfolgt eine starke Drucktamponade mit großen Tupfer, gegebenfalls sogar mit der Faust für 15 min. Wenn man die Gefäßblutung lokalisieren kann, dann  mit Laser oder Elektrotom die blutende Stelle koagulieren. Wenn es nicht zur Blutstillung kommt, den Notarzt rufen.

 

14. Vorgehen beim internen Sinuslift:

Man würde bis 8mm pilotbohren. Danach erfolgt die Erweiterungsbohrung  bis zum geplanten Durchmesser, anschließend bis 3mm das Kieferhöhlendach anheben und immer wieder mit Richtungsindikator abtasten wegen einer eventuellen  Perforation. Ähnlich funktioniert es auch mit dem Nasenboden, nur lässt dieser sich wesentlich schwerer und im geringeren Ausmaß intrudieren.

 

15. Nervnähe im UK und Sinusnähe im OK:

Im UK sowie im OK sollte man möglichst nach Tiefenstopp und allen weiteren Bohrungen immer wieder den Knochenkontakt zu den anatomisch wichtigen Strukturen  mit dem Richtungsindikator abtasten bzw. aussondieren, ob Perforationsgefahr vorliegt.

 

16. Implantatsitz tiefer als Knochenrand:

Überstehenden Knochenrändersollte man nicht belsassen;, möglichst gleich in Höhe der Implantatschulter beschleifen. Auf jeden Fall muss die Einheilschraube extrem angezogen werden,  eventuell sogar mit Ratsche bei 20Ncm. Wenn man sich nicht sicher ist, ein Einzelzahnfilm anfertigen, ob Schraube dicht abschließt, bevor man zunäht. Es könnte sonst zu Reizungen der Schleimhaut, entsprechend Entzündungen kommen. Im schlimmsten Fall könnte sich die Schraube herausdrehen und das Implantatinnere mit Knochen bedeckt sein.  Sehr aufwendig müsste dann der Knochen abgeschliffen werden, wenn man derartige Implantate freilegt bzw. versorgen will

 

17. Schlechter Sitz der Prothese trotz Unterfütterung:

Man kann das Knochenlager unter der Schleimhaut mit diamantierten Schleifkörpern nach Aufklappen der  gesamten Fläche glätten, stark abrunden und wieder vernähen, danach neu unterfüttern. Durch das Abrunden der spitz auslaufenden Kieferkämme erzielt man eine wesentlich verbesserte Prothesenbasis.

 

18. Revision einer MAV aufgrund eines Fistelganges:

Schnittführung wenn möglich durch den Fistelgang legen, nach bukkal und oral aufklappen, und akribisch excochleieren. Wenn der Fistelgang nicht Kieferkamm-Mitte sich befindet, dann das offene Loch des Fistelganges durch Umschneiden entfernen und schließlich vernähen.

 

 


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