Dr. Markus Schlee aus Forchheim, Referat in Berlin Charite 2014
PRÄVENTION
Falldiskussion: 20 jährige Patientin, Eckzahn wurde chirurgisch entfernt
Folgeerscheinung:
bukko-distale Rezession an 12 und einen 4,3mm breiten Abstand zu 14.
Knochenverlust in der Vertikalen nur gering, aber er fehlt vor allem in der Horizontalen
Patientenwunsch: Lückenschluss über ein Implantat
Therapiemöglichkeiten:
Faustregel:
bukkale Rezessionsdeckung geht nur soviel, wie approximal an Knochen verlorengegangen ist,
d.h. Patientin hat bukkal 5mm Gingivaverlust und approximal ca. 2mm, dann würde die Rezessionsdeckung auch maximal einen Gingivagewinn von 2mm ergeben…..
zu wenig, um ausreichend Ästhetik zu erzielen
deshalb sollte man in diesem Fall keine Weichgewebschirurgie vor der Augmentation durchführen.
Gedeckt werden sollte mit autologen oder massiven kortikospongiösen Knochenblock,
keinesfalls nur mit partikulären KEM, da dieses zu lageinstabil ist
Dabei gilt das biologische Prinzip:
„Es muss ein Raum geschaffen und entsprechend offen gehalten werden“
Man sollte beachten:
Nach ca. 6 Monaten Osseointegration der Knochenblöcke, autolog oder alloplastisch, kann implantiert werden. Nie zu zeitig in den Knochenblock implantieren, mitunter ist das KEM und Knochen nach 4 Monaten noch nicht umgewandelt.
Heute weiß man, dass man keine dicken Knochenblöcke braucht, sondern eher Knochenschalen , um Raum zu gewinnen, wo sich neu Knochen bilden kann oder kortikopartikuläre Blöcke, diese werden leichter umgebaut in körpereigenen Knochen.
Dicke Knochenblöcke sind zwar stabil, aber sie sind nach der Entnahme nach kürzester Zeit totes Material und bleiben es auch
Die Knochenblöcke muss man nicht zusätzlich mit KEM ummanteln, um einen Resorptionsschutz zu erzielen. Das sagt man zwar, weiß man aber nicht wirklich (nur schwach evidenzbasiert), trotzdem macht man es…..
Wenn letztendlich in den Knochenblock implantiert wird, dann möglichst das Implantat etwas subkrestal setzen.
MISSERFOLG = nicht der Verlust eines Implantates,
sondern immer die ästhetischen Belange
d.h . für eine junge Patientin ist das Frontzahnimplantat immer die Methode der Wahl,
denn nach 20 Jahren ist die Ästhetik nicht mehr gegeben
wichtigste Faktoren für einen ästhetischen Erfolg = Knochen
Weichgewebe
Zahnpositionierung
Alle drei Faktoren beeinflussen sich untereinander bzw. stehen in unmittelbarer Beziehung zueinander
Der Patient selbst möchte immer die „sicherste Variante“
Socket Preservation (Erhalt des Knochenvolumens)
Wenn die Alveole nach Extraktion nicht intakt ist, so sollte man sie stützen durch Weichgewebe und Knochen, sonst verliert man weiterhin Knochen und Weichgewebe und die Mucogingivallinie verschiebt sich nach krestal
Das gebildete Ligament an der Extraktionsalveole muss man nicht auskratzen, da es ohnehin allein resorbiert
Nach 130 Tagen bildet sich Lammellenknochen…..
Nach 8 Wochen ist die bukkale Lamelle um 2,5mm resorbiert.
Grund ist der Bündelknochen. Gibt es keinen Zahn mehr, so gibt es auch keinen Bündelknochen mehr, auch nicht, wenn man sofort implantiert.
Was man weiss - ist: „Extraktionsalveolen heilen immer mit einer bukkalen Resorption“ egal ob man sofort oder verzögert implantiert.
Lediglich Prof. Hürzeler experimentiert an den Erhalt des Bündelknochens insofern, dass er die Wurzel in der Alveole von innen ausschleift, nur noch eine Schale zum bukkalen Knochen stehen läßt und dahinter implantiert………(ohne Studien nicht unbedingt empfehlenswert)
Durch die Socket Preservation gewinnt bzw. erhält man lediglich Raum,
obwohl der bukkale Knochen schwindet.
Deshalb macht es nach Dr. Schlee nur Sinn, die Socket Preservation nur
bei Brückenkonstruktionen sprich Regio der Brückenzwischenglieder
anzuwenden.
Niemals das einzubringende KEM in der Alveole stopfen, sonst erfolgt keine Umwandlung in Knochen. Vielmehr nur locker einlegen ohne Membran darüber und niemals resorbierebares Material wie z.B. Kollagen einfüllen, gleichfalls autologe Knochenspäne, da beides vollständig resorbiert innerhalb kürzester Zeit und damit nicht mehr raumerhaltend wirkt.
Nach 12 Wochen Socket-Preservation mit KEM ist zwar alles abgeheilt, aber Fakt ist jedoch, dass man bei Socket-Preservation 6 Monate warten müßte, bis man implantieren kann…..
Fakten für die Sofortimplantation:
einer Distanz über 1,5mm an bukkalen Spalt immer mit KEM auffüllen
besser dünnere als ein dickere Implantate
mit möglichst konischer Form
nur bei dicken Morphotypen
so weit wie möglich das Implantat nach palatinal setzen, vor allem lingual fräsen, damit man nicht zu stark nach bukkal zielt (besser zu weit nach palatinal als nach bukkal)
MESSAGE!
Keine Sofortimplantation bei dünnen Morphotyp und wenn der zu extrahierende Zahn zu weit nach bukkal steht
Wenn man sofort implantiert, dann das Implantat tiefer setzen
aufgrund der massiven bukkalen Resorptionen,
die nach 5 Jahren sichtbar werden
zu beachten ist immer die Zahn- Implantatposition:
Je länger das Implantat, desto stärker ist die Achsenneigung
Je kürzer das Implantat, desto weniger Primärstabilität ist vorhanden
Man weiß aber auch: nur die obersten 5mm Implantateinfassung in den Knochen dienen der Krafteinleitung und Kraftübertragung. Das bedeutet, dass man heute risikoärmer implantieren kann, man sagt: 9mm Länge sind ausreichend, vor allem in Anbetracht dessen, dass Implantate eventuell nach 20 Jahren wieder entfernt werden müssen. Dann wäre der Knochendefekt wesentlich geringer und die Gegebenheiten für ein neu zu setzendes Implantat wesentlich besser geeignet.
BZG sollten heute nicht mehr als Over-Pontic (umgedrehtes EI), sondern modifiziert präpariert sein, d.h. die untere Rundung sollte als Kante gestaltet sein, um das Zahnfleisch besser auszuformen.
Auch heute noch gilt: Sofortimplantation = eine riskante Variante,
Patient muss darüber aufgeklärt sein, denn er will letztendlich immer die sicherste Variante. Diese wäre die verzögerte Sofortimplantation 6 Wochen nach der Extraktion.
Für die Sofortimplantation braucht man immer die Primärstabilität, nicht aber für die verzögerte Implantation mit zweiteiligen Implantaten.
Dr. Schlee favorisiert prinzipiell die verzögerte Sofortimplantation trotz intakter Alveole und dicken Morphotyp.
Vor allem, wenn die Achsenrichtung des ehemaligen Zahnes nicht stimmt, sollte man immer zweizeitig implantieren, möglichst erst nach 3-4 Monaten, um nicht in die alte Achse abzurutschen.
KNOCHEN
Nachteile von Knochenblöcken: sie heilen zwar ein, aber sie sind totes Material und begünstigen die Periimplantitis nach ca. 7-8 Jahren
Nachteile von Beckenknochen meist nach 5-7 Jahren, alles ist resorbiert und Implantate liegen vollständig frei, deshalb sind Beckenknochen nur für Interpositionsosteoplastiken geeignet
Es stimmt nicht, dass der perfekt anliegende Knochenblock überlebt, vielmehr heißt es heute:
Man muss immobilen Raum offen halten, dann erhält man Knochen
Ohne Blutversorgung kein Knochen, d.h. der aufgelagerte Knochen sollte zwar stabil, aber so locker wie möglich in sich gestaltet sein
Wichtig sind die Wachstumsfaktoren mit PRGF, diese ist als Membran über die Kollagenmembran zu applizieren,
Man kann zwar auch damit nicht die Thrombozytenzahl im Knochen erhöhen, aber die Wundheilung beschleunigen und Infektionsgefahr vermindern, d.h. weniger Komplikationen liegen vor……weniger Exposition von Knochenblöcken
Jedoch keine Kassenleistung!
In bovinen Material ist kein Kollagen vorhanden, deshalb ist besser Cerabon, Endobon (halten sehr gut das Volumen) und natürlich BioOss (nicht angreifbar gegen Osteoklasten)
Heute macht Sinn: allogener Block / Gortex-Block / Khoury-Schalen
Allogene Knochenblöcke führen zu den gleichen Ergebnissen wie autologe
Knochenblöcke
Nachteile der bisherigen Blöcke aus dem Kieferwinkel = Nerv-Verletzungen und Frakturen aus dem UK-FZG = anhaltende Parästhesien
Bis heute gibt es keine prospektive randominisierte Studien, was am besten funktioniert.
Komplikationsrate vom vertikalen Knochenabbau ist wesentlich höher als vom horizontalen Anbau.
Man kann heute trotz Missverhältnis Krone zur Implantatlänge
im UK kurze Implantate setzen,
nur im OK sollten sie über 9mm Länge betragen
Knochenblöcke(gebogenes Knochenstück) kann man heute auch vom Proc. zgomaticus entnehmen hinter dem 1.Molaren, diese Entnahmestelle mit Kollagen verschließen und vernähen. Auch mit dieser Knochenstruktur hat man inzwischen sehr gute Erfolge
Prinzipielles:
Transgingival immer nur implantieren bei genügend dicker Schleimhaut
Im Sinus nur BioOss ohne autologe Knochenspäne verwenden,
sonst Infektionsgefahr.
Wenn nach Setzen eines Knochenblockes die Naht aufgegangen ist, dann 14 Tage ausheilen lassen, neu aufklappen, säubern, glätten, verschleifen und mit BG-Transplantat abdecken, sowie Antibiotika-Gabe (niemals sofort zunähen, da hohes Infektionspotential vorhanden ist) Die Naht ist das wichtigste über einen Knochenblock, sie sollte immer ohne Spannung sein, lieber nochmals die Naht öffnen und den Lappen mobilisieren, als unter Spannung den Knochenblock belassen
Heute ist möglich: Die dreidimensionale Aufbereitung eines Knochenblockes als schnellste und einfachste Methode, denn man muss nicht mehr augmentieren
Stimulation von Weichgewebe mittels „ZELLSTANGE“
Bei dicken Gingivatyp: Implantation einschl. 2mm Gingivaformer und Nahtverschluss darüber
Bei dünnen Gingivatyp: Implantat einschl. 2mm Gingivaformer und KEM bis über den Gingivaformer und anschließned darüber vernähen.
Implantationsalter: bei Mädchen ab 16 Jahre, bei Jungen ab 18 Jahre,
Man sollte nicht zu früh implantieren, sonst erhält man im Laufe des noch-Wachstums unterschiedliche Gingivahöhen zwischen Zahn und Implantat – schlechte Ästhetik
Roll-Lappengestaltung zur Verdickung der bukkalen Gingiva:
Schnittführung stark nach palatinal verlegen, bogenförmiger Schnitt und bukkal wesentlich größere bogenförmige Untertunnelung als die palatinale Schnittführung, um den endepithelisierten Lappen unterzuschieben. Wenn letztendlich eine zu dicke Wulst bukkal entsteht, so wurde zu wenig getunnelt
Schnittführung vom Zahn weg …. immer nach anterior verlegen, niemals die vertikale Schnittführung von der Mitte des Zahnes aus wegen Rezessionen, sondern von anterior des Zahnes schräg und danach senkrecht nach unten, egal ob gerade oder bogenförmig. Bogenförmig läßt sich jedoch der Lappen besser mobilisieren, aber längere Schnittführung zum geraden vertikalen Schnitt. Die trapezförmige Schnittführung ist heute ungeeignet, da sie zu Spannungen des Lappens führt.
Vertikale Augmentation (Kieferknochenaufbau)
Heute immer noch ohne Erfolg
Alternative = kurze Implantate
Immer noch = im Weichgewebe die größten Probleme
Inzwischen kann man schlüsselförmige Defekte mit den Khoury -Schalen sehr gut korrigieren
Nicht funktioniert die Distraktionsmethode, zumindest ist sie keine erfolgreiche Methode. Meist steht der Knochen danach zu weit palatinal und man muss noch einen Block anlagern. Damit steigt die Komplikationsrate.
Am besten funktioniert die kontrollierte Extrusion:
d.h. man zieht am Zahn und bringt Knochen und Weichgewebe nach oben (Fibrotomie) , d.h. 1xpro Woche trennt man die Sharpheische Fasern mit dem Scalpell vorsichtig um den Zahn ab
Studien ergaben: Bei 1mm Extrusion verbessert man Weichgewebe und Knochen um ca. 0,8mm, dadurch verbleibt letztendlich Knochen und Weichgewebe am Ort……..
Fallbeispiel:
z.B. 40 Jahre alte Patientin mit hoher Lachlinie, horizontale und vertikalen Knochenabbau….wenn man diese Zähne zieht, ist der vertikale Verlust gegeben, deshalb:
Durchführung einer vertikalen Extrusion: Zähne auf Gingivaniveau kürzen, WKB, Magnete aufkleben sowie ins Provisorium Magnete einarbeiten, aber nicht! Die Fasern durchtrennen. Zähne sind in 4-8-12 Wochen spätestens extruduiert. Nach dieser Art von Zahnverlust entsteht dadurch sehr weiches Knochengewebe. Deshalb 3-4 Monate nach der Extrusion warten und dann erst extrahieren, sonst geht der Effekt wieder verloren. Problem besteht angeblich durch die Schwermetalle der Magneten im Mund (Korrosion). Extrusion geht aber auch über Bracketts (mit Faserdurchtrennung).
Folgender Unterschied besteht:
Wenn man Weichgewebe und Knochen aufbauen will, dann sollte die Extrusion ohne Durchtrennen der Fasern erfolgen z.B. über Magneten (Zug am Zahn führt zur Knochenapposition und schafft somit Knochen und Weichgewebe……)
Wenn man den Zahn nur extrahieren will, dann sollte die Fibrotomie durchgeführt werden z.B. über Brackett am Einzelzahn
Wenn jedoch schon vorher die bukkale Lamelle nicht mehr vorhanden ist, dann bringt diese Extrusion nichts, in diesem Fall besser die Tunnelierung mit Bindegewebs-Transplantat über BioOss mit Kollagenschwämmchen als Socket-Preservation.
Wenn es um Ästhetik im FZG geht, dann ist das Ziel, eine Implantatbrücke von 12=22, dann sollte man Socket-Preservation bei 11 und 21 durchführen wegen der Ästhetik im FZG.
Falls es nicht um Ästhetik geht, sind besser 4 Implantate ……
Kronenverlängerung funktioniert nur, wenn man aufklappt und ausschleift und vor allem den Knochen zum Zahn hin ausdünnt, sonst wächst der Knochen wieder hoch
Morphotypen (Gingivadicke)
Man kann nur injizieren und Knochen sondieren, um dick und dünn zu unterscheiden, die Nachteile sind jedoch bekannt….., deshalb besser aufklappen, wird Gewebe unter 2mm gemessen, so sollte man mit einem BGT und Kolagenmatrix verdicken
nur so erzielt man mehr befestigte Gingiva und damit mehr Ästhetik
weniger Rezessionen
weniger Entzündung
weniger Knochenabbau
Eindeutig ist jedoch beim dicken Morphotyp:
Breite apikale Basis und kurze Papillen
Keine Rezessionen und hoher bukkaler Knochenrand
Das ganze im Gegenteil bei den A1- und A2 Morphotypen.
Man soll nur noch mit wenig Druck die Tasche mit dem Pellet 3mm unterhalb des Gingivarandes ausstreichen, um zu sehen, ob es blutet, aber keine Tiefenmessung durchführen.
Bei einer Parodontitis des Implantats entleert sich dann Pus bzw. Sekret, dann sollte man ein Rö-Bild anfertigen und dann auch sondieren.
Knochenverlust ist vermeidbar:
Durch wenig Abutmentwechsel
Schraube im Inneren nicht mit Blut kontaminieren
Stabile Innenverbindung als mechanische Verankerung
„zahnlos“ z.B. Stoß-auf Stoß-Verbindung
„Einzelzahn“ z.B. mit Innenverbindung
Mikrospalt:
Dieser Spalt zwischen Implantat und Abutment spielt nicht die ausschlaggebende Rolle, sondern vielmehr die darauf liegende starre Verbindung. Es darf keine Bewegung geben z.B. durch Beschlleifen der einteiligen Implantate
Belastung:
Bei einer funktionellen Belastung verbessert sich die Knochendichte um das Implantat.
Wenn Implantate osseointegriert sind, macht eine Überbelastung nichts aus., Prinzipiell sollte man aber eine Überbelastung vermeiden.
Wenn jedoch eine Krone mit 180Mikrometer zu hoch ist, dann folgt ebenfalls Implantatverlust oder Implantatfraktur
Bei einteiligen Implantaten ist eine nonaxiale Belastung von Nachteil.
Unterschiede beim Innenhex hat man bei 4°Höhe nachgeweisen, so dass man heute nicht mehr unbedingt sagen will, Innenhex ist geeigneter aus Außenhex. Studien haben jedoch einen Ausreiser beim Außenhex ergeben, deshalb sollte man heute die stabilere Innenverbindung wählen, denn dieser Ausreiser könnte letztendlich den Problemfall ergeben.
Grösse:
Kurze Implantate führen zu besserer Knochendichte und geringeren Risiken.
Jedes Implantat sollte so breit wie möglich innerhalb des zu setzenden biologischen Feldes sein, d.h. das Implantat sollte mind. 1,5mm bukkal,palatinal und approximal von Knochen bedeckt sein.
FZ-Implantate sollten immer so dünn wie möglich gesetzt werden und immer als Bone-Level.
Materialien für Emergenzprofil und Abutments
Keine Ausformung der Gingiva mit Compositen o.ä., alles macht Entzündungen und führt zu Knochenabbau.
Keine Goldlegierung, keine Keramik für Abutmentherstellung, nur Titan und Zirkonoxid d.h. entweder ganz aus Titan bei dickem Gewebe oder ganz aus Zirkon bei dünnen Gewebe,
aber: Zirkon mit Porositäten führt ebenfalls zu Knochen-Resorption z.B. durch Aufbereitung mit Gummikelche , das haben REM-Untersuchungen ergeben
bewährt haben sich nur CAD-CAM gefräste Abutments aus Zikoniumoxid, vor allem bei Bone Level Implantaten (max. OF.Güte)
Abutmentform mit Emergenzprofil richtet sich immer nach den Nachbarzähnen
Emergenzprofil ist wichtig, aber durch zuviel Emergenz drückt man ebenfalls das Weichgewebe weg
Abformung
sollte möglichst schon bei der Implantatinsertion erfolgen, indem man Abformpfosten mit den Nachbarzähnen stailisiert mit Visio-Form von Espe,
Weichgewebe
möglichst ein Saumepithel von von 2mm und 1,5mm epitheliales Attechment sollte vorhanden sein
Beim Implantat gibt es immer eine biologische Konstante, d.h. bei einer Tasche wandert Knochen und Tasche mit nach unten
Störungen des Attachements sind Sondieren, Abutmentwechsel, Abtragen von Weichgewebe. All das führt zur Knochenresorption und die biologische Konstante wächst nach apikal
Bei straffen Abutmentwechsel möglichst durch kleine Inzisionsschnitte nach bukkal, lingual, mesial und distal entlasten, damit kein Druck entsteht
Über sämtliche Aussagen von Morphotypen gibt es keine aussagekräftigen Studien. Es handelte sich um Ergebnisse an 40 20-jährigen Berufssoldaten.
Geeignet wäre eine DVT-Studie/Messung, um eine Morphologie zu erkennen
Papillen
Man weiß heute: der approximale Kontakt muss 5mm oder kleiner sein, dann entsteht eine Papille
Wenn ein Implantat gesetzt wird und eine Interimsersatz für einen Einzelzahn angefertigt wird, so sollte man bereits da die Papille ausformen. Aber man weiß auch, es gibt keinen Unterschied zwischen Papille und Knochen hinsichtlich PV vorhanden oder nicht,
d.h. wiederum, Drücken, Quetschen, Belasten bringt alles nichts, es besteht eher die Gefahr von Knochenrückgang
Papillen-Index von 1-4 bedeutet: Klasse 1 ist definitiv zu wenig an Papille
Klasse 4 ist hyperplastische Papillen
Angestrebt wird Klasse 3 mit kleiner/gleich 5mm = 100% Papillenausformung
Eine Papillenausformung daurt bis zu 1,5 Jahren, deshalb „Mut zur Lücke“ zwischen Zahn und Implantat.
Wichtige Diagnostik = die Papille des Nachbarzahnes. Ist diese nach der Extraktion an den der Lücke benachbarten Zähne vorhanden, so ist in der Regel mit der Ausbildung einer Papille am Implantat zu rechnen, wenn das Implantat nach allen Regeln der Kunst richtig positioniert wurde.
Fehlt jedoch die Papille an den appoximalen Stellen zur Lücke, dann schwindet die Papille zum Implantat danach um 3mm.
Freilegungstechniken
ZIEL = befestigte Gingiva von 4mm ohne Muskelzug
Größtes Risiko ist im UK-SZG die Freiendsituation, selten dagegen im UK-FZG
Ein Indikator für eine Stanze besteht nur noch bei extrem breiten Kieferkamm mit breiter befestigter Gingiva.
Eine Deckschraube, die das ganze Implantat abdeckt ist kontrovers zu diskutieren. Gleichfalls bei einem entsprechenden Gingivaformer. Wenn zuviel Druck durch einen Gingivaformer ausgeübt wird, dann immer mit Entlastungsschnitten arbeiten.
Ein apikaler Verschiebelappen mit Periostnähten = immer ein Spaltlappen. Er resorbiert viel weniger Knochen als ein Voll-Lappen. Darüberhinaus besteht eine bilamilläre Ernährung, nämlich vom Periost und vom Bindegewebe. Nachteile sind Blutungen und Schwellungen.
Die Freilegung nach Edlan Mejar ist nicht zu empfehlen, da man dadurch nicht das Gewebe verdickt.
Der Voll-Lappen dagegen ist notwendig bei der Augmentation. Vorteile sind weniger Blutung, weniger Schwellung, aber mehr Knochenresorption
Nicht durch Studien belegt ist die allogene Matrix direkt auf den Knochen oder auf einen Knochenblock fixiert zum Verdicken der Gingiva, aber es funktioniert……
Apikaler Verschiebelappen
Beim apikalen Verschiebelappen mit dem FST sollte der Abstand zwischen Tranplantat und Lappen mindestens 2mm betragen. Dabei gilt, je früher man spaltet, desto dehnbarer wird der Lappen, vor allem wenn man wenig Lappen hat und darunter noch augmentieren will.
Roll-Lappen ist kontraindiziert, wenn bukkal vom Transplantat keine befestigte Gingiva vorhanden ist. Immer besser apikaler Verschiebelappenplastik oder Wels-Plastik
Fallpräsentation: Einzelzahnverlust
Simultan gesetztes Implantat mit BioOss und Gingivaformer als Zellstange
Anschließend erfolgte Roll-Lappen über Spaltlappen (palatinal schräger Inzisionsschnitt, um am Implantatrand herauszukomen, ist schwierig, aber besten Ergebnisse, doppelt so große Ausformung bzw. Untertunnelung nach bukkal und das entepithelisierte Stück von palatinal nach bukkal fixieren, beachten, dass keine Wulst entsteht, dann breiter tunnelieren, d.h. immer tief tunneln und spalten, sonst entsteht unästhetische Wulst hinterher
Rezessionen (Zahnfleischrückgang)
Bei flachem Vestibulum und keine keratinisierte Gingiva, dann Tunneltechnik möglichst mit Instrumenten nach Otto/Zuhr (Tunnelierungsinstrument)
Dabei die Wurzeloberflächen nur Scallieren ohne Emdogen.
Um so tiefer die Rezession, um so einfacher händelt sich die Tunnelung
Nach Rezessionsdeckung entsteht ein langes Saumepithel ohne Sondierungstiefe, welches fest am Wurzelzement angewachsen ist, nur geringfügig kann man alleerdings mit Knochenbildung rechnen.
Wenn man ein BG-Transplantat braucht, dann eignet es sich besonders vom Tuberbereich, vor allem wenn der 7er etwas nach bukkal gekippt ist, dann ist Regio 6-8 genügend BG vorhanden. Wenn das entnommene BG-Transplantat zu dick ist, dann zwischen zwei Glasplatten platt drücken, besser für Einbringen über den Tunnel
Membranen
Medizinprodukt = alles was vom Tier kommt,
betrifft z.B. alle Membranen, wo man nachweisen kann, dass sie nicht schaden
vom Rind = Tutoplast
vom Schwein = Mucograft und Mucoderm
Arzeneimittel = alles was vom Mensch kommt
betrifft z.B. alle Membranen, wo die Wirksamkeit vorher bewiesen werden muss
z.B. Allografts und Xenografts
prinzipiell :
Pericard ist zu dünn
Mucograft ist locker genug für die Weichgewebsverdickung
Mucoderm ist nur geeignet für Membran, nicht für WG-Verdickung
Tutugen (Humanes Material) ist nicht zugelassen
Membran funktioniert nur, wenn nach der Tunneltechnik die Membran komplett bedeckt wird, geht nur über Verschiebelappentechnik
„Succelli-Technik“: Split-Voll-Splitflap, Papillenschnitt und Papille entepithelisieren
Rezessiondeckung funktioniert nur, wenn die Wurzeloberflächen mit Küretten oder diamantierten Schleifkörpern scalliert werden nach vorheriger Tunneltechnik.. Danach Mucograft einlegen, muss nicht vernäht werden. Danach Umschlingungsnaht über den Zahn und als Matrazennaht enden lassen, bis alles fest vernäht ist. Dafür gibt es kein einheitliches Konzept.
Man weiß heute: Kollagenmatrix ist zur Verdickung genauso gut wie BG
Vorteile von Mucograft:
wirkt als Platzhalter und verdickt Gewebe
ist geeignet für Rezessionen Klasse 1
muss nicht vernäht werden
zeigt keine Sondierungstiefe
führt zu keiner Immunreaktion
Frage bei Mucoderm = es überhaupt zugelassen
Vorteil des Verdickens des Kammes
geeignet für Tunneltechnik
führt zu wenig Resorption
Implantatsysteme
Platform Switch mit stabiler konischer Innenverbindung ist nur dann viel besser als Systeme ohne Platform Switch, wenn das Gewebe dick genug ist. Bei dünner Gingiva ist der Knochenabbau mit und ohne Platform Switch gleich groß.
Vor allem im OK, wo Knochen und Gewebe meist dick genug sind, ist Platform Switch geeigneter als im UK.
Bei der Einheilung der Gingivaformer umschlingen sich die Kollagenfasern drum herum. Wenn das Gewebe zu dünn ist, ist das Implntat nicht mehr von Bindegewebe, sondern vom Epithel umgeben. Dieses Epithel besitzt keine Kollagenfasern mehr, die sich um den Gingivaformer oder den Implantathals zusammenziehen können.
Bei einem Implantat ohne Platform- Switch und vorausgesetzt bei dicker Gingiva, sollte man vom Zahntechnikrt eine Rille ins Abutment schleifen lassen.