Dres. Stoltenburg, M.Sc., M.Sc., MPI FON 030 / 48095756 www.implantate-berlin.ws
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 „ökonomische Faktoren der Sofort- und Spätimplantationen“

 

Jede Behandlung muss immer aus medizinischen Gründen auf das bestmöglichst zu erreichende Endergebnis ausgerichtet sein, unabhängig von Patientenwünschen und Wirtschaftlichkeit einer Praxis.

Das heißt ganz eindeutig:  Man darf  keine Sofortimplantation aus ökonomischen Gründen i.S. des Patienten  und Zahnarztes vornehmen, wenn die medizinische Notwendigkeit nicht gegeben ist.

 

Um Knochen- und Weichgewebe  für eine Implantation maximal zu erhalten, spielt vor allem die Extraktion selbst eine große Rolle.

Diese sollte minimalinvasiv mit Periotom ohne Verletzung der bukkalen Knochenlamelle durchgeführt werden. Wenn es um die Extraktion eines devitalen, mehrwurzeligen Backenzahnes geht, so sollte man als erstes den Zahn dekapitieren einschl. die Wurzeln trennen und erst nach ca. 4-6 Wochen die Extraktion vornehmen. Das ist ein absolut empfehlenswerter, schonender Vorgang für den Erhalt der Knochen- und Weichgewebsstrukturen, aber auch für Patient und Behandler selbst. Das Implantieren und Augmentieren kann dadurch entsprechend nach ca. 12 Wochen extrem risikoarm durchgeführt werden.

 

Trotz minimalinvasiver Extraktion eines Zahnes kommt es in den ersten 12 Monaten zu einer Resorption der bukkalen Lamelle und damit zu einer Reduktion der Kieferkammbreite um ca. 50 Prozent. In den ersten drei Monaten erfolgt jedoch bereits 2/3 der Resorption. Diese Resorptionsvorgänge können weder durch eine Sofortimplantation, noch durch eine Socket Preservation und/oder Spätimplantation aufgehalten werden. Auch die Erfolgsraten unterscheiden sich hinsichtlich dieser Therapiemöglichkeiten nicht signifikant voneinander. Die Socket Preservation verbessert jedoch das Knochen- und Weichgewebsmanagement für eine nachfolgende Implantation. Zusätzliche augmentative Maßnahmen können dadurch mitunter verhindert werden.

 

Die Sofortimplantation und ihre ökonomischen Vorteile hinsichtlich Ästhetik, Funktion, Kosten und Zeit stehen weder für den Patienten noch für den Behandler in keinem Verhältnis zu den Risiken vor allem im Frontzahngebiet.

Wenn ein osseointegriertes Sofortimplantat aufgrund von ästhetischen und funktionellen Gründen wieder entfernt werden muss, dann resultiert ein extrem aufwendiges Fehlermanagement, kostenaufwendig für den Behandler und zeitaufwendig für den Patienten. Deshalb sollte die  Sofortimplantation  immer nach umfangreicher Aufklärung über alle Risiken der ausdrückliche Wunsch des Patienten sein und mit höchster Akribie von Seiten des Implantologen nur als „indikationsgerecht“ durchgeführt werden.

 

 

„Sofortversorgung einer Alveole mit Implantaten“

 

Extrem anspruchsvoll hinsichtlich Funktion und vor allem Ästhetik  ist die Sofortversorgung von Implantaten im Oberkiefer-Frontzahnbereich. Der Erfolg ist vor allem vom Knochenangebot/Knochenqualität sowie einer ausreichend gesunder Mukosa/Zahnfleisch abhängig. Bis heute gibt es noch keine sichere Evidenz über die Vorteile einer Sofortimplantation. Gesichert sind jedoch vorhersehbare diagnostizierbare Kriterien für  ästhetische Komplikationen wie

 

  • Fehlpositionierung des Implantats in die Extraktionsalveole
  • Vorliegen eines dünnen Gingivatyps
  • Fehlende keratinisierte Gingiva
  • U-förmige Defektmorphologie des Knochens

 

Der Vorteil der Sofortimplantation liegt in der „Rot-Weß-Ästhetik“, da es weder zum Verlust in Gingivahöhe noch im Gingivaverlauf kommt.

Ausreichend Knochen und gesundes Weichgewebe um das Implantat sind letztlich für ein optimales ästhetisches Resultat erforderlich. Aufgrund der rasanten Knochenresorption nach der Extraktion, vor allem im seitlichen OK-FZG, sollte der extrahierte Zahn möglichst schnell durch ein Implantat ersetzt werden.


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